Die Bedeutung professioneller Unterstützung bei der Verarbeitung von Traumata



Traumata können aufgrund schwerwiegender und lebensbedrohlicher Situationen entstehen, welche eine Person emotional überfordern. Diese Ereignisse können einzelne Vorfälle wie Missbrauch, Kriegserfahrungen, Unfälle oder Überfälle, aber auch anhaltende Situationen wie körperliche oder psychische Gewalt umfassen. Das Gehirn kann dazu neigen, in solchen Augenblicken sämtliche zugehörigen Informationen und Emotionen in einem unverarbeiteten Zustand zu speichern, was das Leben des Betroffenen schwer belasten kann. Traumatische Erfahrungen können vielfältige körperliche, emotionale und psychische Symptome hervorrufen und das Verhalten sowie zwischenmenschliche Beziehungen beeinflussen.

Trauma-Symptome können vielfältig sein und sich bei jedem Menschen anders äußern. Einige der häufigsten Symptome sind:

  • Dissoziation
  • Angstzustände, Depressionen
  • Wiederkehrende Albträume und Flashbacks
  • Übermäßige Wachsamkeit, Hyperarousal und Reizbarkeit
  • Starke Stimmungsschwankungen und emotionale Instabilität
  • Verlust des Interesses an Aktivitäten, die früher Freude bereiteten
  • Vermeidung von Situationen, die an das traumatische Ereignis erinnern
  • Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme

Wenn jemand unter den Folgen eines Traumas leidet, empfehle ich dringend, professionelle medizinische und therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Behandlung von Trauma ist ein komplexer Prozess, der eine sorgfältige therapeutische Herangehensweise erfordert. Hier sind einige gängige Ansätze zur Behandlung von Trauma:

  1. Psychotherapie:
    • Traumatherapie: EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) und traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (CBT) sind wirksame Ansätze zur Bewältigung von Traumafolgen. Diese Therapieformen zielen darauf ab, die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse zu unterstützen und die Symptome zu lindern.
    • Somatic Experiencing (SE): SE ist eine körperorientierte Therapie, die darauf abzielt, traumatische Erlebnisse durch die Wahrnehmung körperlicher Empfindungen zu verarbeiten und zu lösen.
  2. Medikamente:
    • In bestimmten Fällen kann ein Arzt vorübergehend Medikamente zur Linderung von Symptomen wie Angstzuständen, Depressionen oder Schlafstörungen verschreiben. Es ist jedoch äußerst wichtig, dass diese Medikamente stets in Kombination mit Psychotherapie verwendet werden und dass ihre Einnahme in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgt.
  3. Selbstfürsorge:
    • Selbstfürsorge ist ein wichtiger zusätzlicher Bestandteil der Traumabewältigung. Das Einhalten eines gesunden Lebensstils, ausreichende Ruhe, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können dazu beitragen, den Körper und den Geist zu stärken.
  4. Unterstützung aus dem sozialen Umfeld:
    • Familie und Freunde können eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Menschen spielen, die unter Trauma leiden. Ein unterstützendes und verständnisvolles soziales Umfeld kann helfen, das Gefühl der Isolation zu reduzieren.
  5. Gruppentherapie:
    • Gruppentherapie kann für einige Menschen hilfreich sein, da sie die Möglichkeit bietet, sich mit anderen Traumaüberlebenden auszutauschen und von deren Erfahrungen zu lernen.
  6. Achtsamkeitspraktiken:
    • Achtsamkeitsübungen, wie Meditation und Yoga, können dazu beitragen, die Stressreaktion zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
  7. Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse:
    • In der Therapie kann es notwendig sein, die traumatischen Erlebnisse aufzuarbeiten, um sie besser zu verstehen und zu verarbeiten. Dies geschieht in einem sicheren und unterstützenden therapeutischen Umfeld.

Es ist zu betonen, dass die Wahl der Behandlungsmethode von der individuellen Situation und den Bedürfnissen des Betroffenen abhängt. Ein qualifizierter Therapeut oder Psychiater kann bei der Festlegung der am besten geeigneten Vorgehensweise helfen. Trauma ist eine ernsthafte Angelegenheit, und die Unterstützung durch Fachleute und Ärzte ist oft unerlässlich, um die Symptome zu bewältigen und die Heilung zu fördern.

Stefan Schiefer, Heilpraktiker auf dem Gebiet der Psychotherapie